KRAIENKÖPPE

Zur Entstehung der Rasse

 

Die Wiege der Kraienköppezucht stand im deutsch-niederländischen Grenzgebiet, in der Ostholländischen Provinz Twente, um Enschede, Ahaus und der Grafschaft Bentheim, wo auch heute noch Zuchten zu finden sind.

Die Erzüchtung der Rasse wurde in den Niederlanden durch die Gebrüder Lazonder zwischen 1880 und 1890 begonnen.

Erstmals wurden die Tiere 1885 durch die Brüder Lazonder auf einer Schau in Holland gezeigt.

Als Ausgangszuchttiere wurden  Malaien , Belgische Kämpfer, niederländische Landhühner und italienische Hühner herangezogen.

* * *

Ursprünglich wurden die Tiere ausschließlich für den Hahnenkampf gezüchtet.

Es ging den Züchtern damals um gute Kämpfer. Diese Tiere waren den reinen Malaien häufig überlegen und hatten zu dieser Zeit noch sehr starke Knochen.

 

 

Beiderseits der deutsch-holländischen Grenze hatte sich die Bezeichnung "Biethaunders" eingebürgert.

Da man aber später die aus dem Dialekt stammende Bezeichnung nicht übernehmen wollte, gab man ihnen den Namen "Twentse Grijze".

* *

Da wie alle Kampfhühner mit ausgeprägten Kampfeigenschaften auch die "Twentse Grijze" ausgesprochen schlechte Leger waren, konnten diese Hühner nicht an den Mann gebracht werden. So blieb ihre Verbreitung zunächst nur auf einen kleinen Züchterkreis beschränkt.

 

Man begann dann mit der Zuchtauslese mehr in Richtung eines legefreudigen, feinknochigeren, jedoch stattlichen und kämpferartigen Legehuhnes.

Durch konsequente Auslese wurde die Legeleistung Jahr für Jahr verbessert und es stellte sich heraus, dass die feinknochigen Tiere die besseren Leger waren.

* *

In Deutschland konnte sich der Name "Twentse Grijze" nicht durchsetzen, die Tiere wurde hier Kraienköppe genannt.

 

Im Jahre 1921 nahm sich Johann Wieking, Lehrer in Brandlecht bei Nordhorn (Grafschaft Bentheim), dieser Rasse an.

 

Bericht über das Wettlegen in der Grafschaft Bentheim 1925, von Lehrer Johann Wieking:

Als im Jahre 1925 der Gedanke auftauchte in der Grafschaft Bentheim ein Wettlegen der verschiedenen Hühnerrassen zu veranstalten, nahm der Kreisverband der Geflügel–Vereine der Grafschaft Bentheim den Gedanken auf und suchte diesen zu verwirklichen.

Wettlegen war vom 1. Nov. 1925 bis 31. Okt. 1926.

1. Rhodeländer

2. Italiener schwarz

3. Leghorn weiß

4. Silberbrakel

5. Kraienköppe

(1927 erzielten die Kraienköppe bereits den 1. Ehrenpreis)

* * *

In Deutschland wurden die Kraienköppe erstmals 1925 auf der "Deutschen Junggeflügelschau" in Hannover ausgestellt.

Im Jahre 1926 erfolgte mit den Silberhalsigen Kraienköppen - als erster anerkannter Farbschlag - die Aufnahme der Rasse in den deutschen "Rassegeflügelstandard".

 

Von nun an wurden die Tiere auf allen führenden Geflügelschauen gezeigt und fanden allgemeine Anerkennung bei den Rassegflügelzüchtern.

Da man bald darauf mit der Herauszüchtung einer goldhalsigen Variante begann, konnte bereits 1929/30 der zweite Farbschlag in Form der Goldhalsigen Kraienköppe zur Anerkennung gebracht werden.

* * *

Darauf hin wurde im Jahre 1932 der Sonderverein der Kraienköppe gegründet.

Der Sonderverein hat es sich zur Aufgabe gemacht sich für die Zucht und Verbreitung der Kraienköppe einzusetzen.

* * *

Die nun formulierten - und somit definierten - rassetypischen & farblichen Merkmale, konnten von nun an bei den Großen Kraienköppen weiter gezielt züchterisch gefestigt werden.

 

Die beiden Farbschläge Silberhalsig & Goldhalsig stellen nicht nur die

ursprünglichen Farbvarianten der Kraienköppe dar,

sondern sind bis heute auch die Hauptfarbenschläge der Rasse.

Das Gleiche wird später auch bei den Zwerg-Kraienköppen der Fall sein.

* *

Dem Trend der Zeit folgend begann man bereits um die Jahrhundertwende mit der Verzwergung von Hühnerrassen.

Anfang der 40er Jahre wurde im Holländischen Grenzgebiet mit der Erzüchtung der silberhalsigen Zwerge begonnen.

Nach dem Import von Zuchttieren und Bruteiern aus den Niederlanden, gelang es den Züchtern Peil, Ahlbrand und Berger die silberhalsigen Zwerg-Kraienköppe auch in Deutschland zur Anerkennung zu bringen. Diese wurden am 19. Oktober 1956 vom “Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter“ anerkannt.

Daraufhin begann Züchter Erdelkamp mit der Erzüchtung einer goldhalsigen Variante. Die ersten Tiere wurden 1958 den Sondervereinsmitgliedern vorgestellt. Im Jahre 1963 erfolgte dann die Anerkennung der goldhalsigen Zwerg-Kraienköppe durch den Zuchtausschuß des BDRG.

* *

Gut 40 Jahre später wurden als neue Vertreter bei den Zwerg-Kraienköppen anlässlich der Bundestagung 2004 die Farbenschläge rotgesattelt und blaugoldhalsig zugelassen und können somit ab der Schausaison 2004 ausgestellt werden.

* *

Durch die Einführung von Bruteiern und Zuchttieren aus den Niederlanden - im Jahre 2003 - und einer gezielten Zuchtauswahl im folgenden Jahr, konnten 2004 auf der Lipsia in Leipzig die Orangehalsigen Kraienköppe vorgestellt und anerkannt werden. Die Tiere können somit seit der Schausaison 2005 auf den Schauen gezeigt werden.

* *

Auf der Nationalen 2005 in Dortmund wurden erstmalig die Blau-goldhalsigen Kraienköppe der Öffentlichkeit präsentiert und zur Anerkennung gebracht. Diese wurden darauf hin ab der Schausaison 2006 zur Ausstellung zugelassen.

* *

Anlässlich der Deutschen Zwerghuhnschau in Hannover wurden die Zwerg-Kraienköppe im orangehalsigen Farbenschlag vorgestellt und vom Bundeszuchtausschuß ebenfalls anerkannt. Die Tiere können somit ab der Schausaison 2009 ausgestellt werden.

* *

Viele Züchter haben im Laufe von mehr als einem Jahrhundert dazu beigetragen, das die Tiere -heute- so sind wie sie sind.

Auch wenn die Kraienköppe - ausgehend von den "Biethaunders" über die "Twentse Grijzen" bis heute im Laufe der Zeit eine gewisse Veränderung durchgemacht haben:

Die äußerlich sichtbaren Merkmale, wie der gewölbte, kurze und breite Kopf mit überstehenden Augenbrauenwülsten, dazu der kurze und starke Schnabel, das in den sogenannten "Hengstnacken" auslaufende abgesetzte Genick, außerdem die markanten Schultern, die straff anliegende Befiederung, sowie die deutlich hervortretenden sichtbaren kräftigen Schenkel und ihre stattliche Größe sind bis heute erkennbar kämpferartig erhalten geblieben.

Dabei stellen die Zwerg-Kraienköppe das kleine Abbild der Großen dar.

* * *

 

* * *

Heutzutage ist der Kraienkopp - auch auf das äußerliche Erscheinungsbild bezogen - kein reiner Kämpfer, sondern ein

Landhuhn mit sichtbarem Kämpfereinschlag.

 

* * *

 

 

*   *   *

 

 

 

 


 

 

Kostenlose Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!